Erfahrungsbericht Fortbildung in Google Kubernetes Enginge (Coursera)

Auch in diesem Jahr habe ich die kalte, dunkle und im Wesentlichen ungemütliche Jahreszeit dazu genutzt, ein wenig Weiterbildung in IT-Themen zu betreiben. Nach den guten Erfahrungen mit der Lernplattform Coursera im Zusammenhang mit einem Kurs zu Data Science im vergangenen Jahr habe ich mich diesmal zwar wieder für Coursera als Lernplattform, aber für einen gänzlich anderen Themenbereich entschieden. Diesmal wollte ich mich in das Feld der Docker-Container und deren Deployment mit Kubernetes tiefer einarbeiten. Hierzu habe ich bei Coursera einen von Google gestalteten Crashkurs zur Google Kubernetes Engine (GKE) gefunden, mich dazu angemeldet und dann durchgearbeitet. Nachfolgend ein kleiner Erfahrungsbericht dazu.

Das mit dem Kurs verbundene Lernziel lautet wie folgt (Übersetzung der offiziellen englischen Kursbeschreibung von mir):

  • Die Grundlagen von Containern verstehen
  • Eine existierende Anwendung in Container “verpacken”
  • Die Konzepte und Funktionsweise von Kubernetes verstehen
  • Mit Hilfe von Kommandozeilen-Befehlen Anwendungen in Kubernetes bereitstellen
  • Die Konzepte Continous Integration (CI) bzw. Continous Delivery (CD) mit Hilfe von Jenkins verstehen lernen
  • Weiterführende Dokumentationen und Trainings kennenlernen

Fangen wir mal hinten an: wurden diese Kursziele eingehalten? Definitiv ja! Dazu ist der Kurs in 5 Einheiten gegliedert, die jeweils in wenigen Stunden durchgearbeitet werden können. Angesetzt ist der Kurs für die Dauer einer Woche – das ist problemlos machbar, wenn man sich jeden Tag ein paar Stunden Zeit nehmen kann. Entscheidet man sich für die kostenpflichtige Version des Kurses, so besteht jede Einheit aus Videos, Lesestoff, einem Praxisteil sowie einem Wissenstest. Am Ende gibt es das digitale Zertifikat, das die erfolgreiche Teilnahme am Kurs dokumentiert.

Der zweifelsohne wichtigste und erhellendste Teil ist ganz klar der Praxisteil, den man auf einer jeweils bereit gestellten Labor-Umgebung auf Google-Systemen (via Web-Browser) durcharbeitet. Hier wendet man die in den Videos bzw. Lesematerialen erläuterten Dinge konkret in der Praxis an. Allerdings ist dieser wichtigste Teil zugleich auch mein wesentlicher Kritikpunkt an dem gesamten Kurs: aufgrund der hochkomplexen Thematik arbeitet man im Praxisteil nur anhand von vorgegebenen „Kochrezepten“. Diese funktionieren zwar für den gewünschten Zweck, allerdings bleiben sie zugleich auch sehr stark an der Oberfläche. Als „Appetitanreger“ sind sie gut – ohne weiteres Selbststudium der Dokumentation oder weiterführender Tutorials wird man aber wohl nur schwerlich in der Lage sein, selbstständig mit den Tools zu arbeiten. Positiv zu erwähnen ist aber hierzul, dass es zahlreiche Links auf entsprechende Dokumentation gibt und auch die Online-Doku (via Kommandozeile) vorgestellt wird. Und diese ist wirklich beeindruckend umfangreich und ausführlich. Im Rahmen der Labs prüft Google serverseitig den Fortschritt und bepunktet ihn. Auf dieser Grundlage wird dann am Ende des Kurses das Zertifikat ausgestellt (oder auch nicht…).

Um den Praxisteil durchzuführen und vor allem nachzuvollziehen, sind erste Erfahrungen im Umgang mit unixoiden Betriebssystemen sowie insbesondere deren Shell unabdingbar. Dies steht aber auch so in den Kursvoraussetzungen. Und darüber hinaus sollte man auch über grundlegende Netzwerk-Kenntnisse (Ports, IP-Adressen, Port-Weiterleitungen etc.) verfügen, um wirklich zu verstehen, was man gerade macht und sieht.

Wie fällt nun mein Gesamturteil über den Kurs aus? Nun, durchwachsen! Die Videos und Lesematerialien sind von der didaktischen Qualität und der Aufmachung her eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Kursen. Sie alleine tragen nur sehr rudimentär zum Verständnis bei. Beeindruckend hingegen ist die Bereitstellung der Labs – hier hat sich Google wirklich viel Mühe gegeben, funktionierende Praxisbeispiele zur Verfügung zu stellen. Es bleibt aber natürlich dabei, dass die Beispiele nicht sehr tiefgehend sind. Die Wissenstests am Ende der Lektionen sind – nun ja – eher trivialer Natur. Wenn man das Material der jeweiligen Lektion selbstständig durchgearbeitet hat, dann sind die Fragen wahrhaftig kein Problem mehr.

Somit also mein Fazit: Der Kurs war interessant und informativ. Beim nächsten Mal werde ich mich aber wieder für einen Kurs entscheiden, der für deutlich mehr als nur eine Woche angesetzt ist, um in den gewählten Thema wesentlich tiefer "eintauchen" zu können. Für einen raschen Ein- bzw. Überblick in die Themen Container, Kubernetes, Jenkins sowie CI/CD war der Kurs aber genau richtig.

Zertifikat Google Kubernetes Engine (Coursera)

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